[Artikel ist in Arbeit – ist noch ein Sammelsurium von Gedanken und Ideen]
Inhalt
- Motivation
- Verschlechterte Weltlage
- Meine digitale Souveränität
- Geräte
- Meine bisherigen Massnahmen
- Digitale Souveränität von Organisationen
- Digitale Souveränität in Europa
- Resumee
- Diverse Links
Begleitende Artikel
- Digitalisierung ist Chance!
- Künstliche Intelligenz (AI, KI)
- Tools zum anonymer surfen & weniger Werbetracking
- Dienste & Apps, Linux/Windows, Android
- Mein Linux Mint Setup
Und
- Recherchieren – Warum, Wie und Womit
- Datenschutz (Ende-zu-Ende Verschlüsselung, …)
- Datensicherheit (Backups, Cloud-Sync)
- Vorsorge für Notfälle
- Sicherheit Unterwegs
- Reddit: DeGoogle – expel Google from your life
- Reddit: opsec
- Privacy Guides: Independent Privacy & Security Resources
Siehe auch
Motivation
When the entire world is online, no one will be free.

Auslöser für diesen Blog ist die Zeitenwende in unserem Verhältnis zu den USA. Die Präsidentschaft von Trump ist kein Ausrutscher, sondern Ausdruck einer langfristigen Entwicklung der USA hin zu einer illiberalen Macht. Zusammen mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und dessen hybriden Angriffen auf Europa sowie China als unfairem strategischen Konkurrenten zwingt uns dies, unsere (digitale) Souveränität grundlegend zu überdenken.
Langfristig sehe ich in dieser Entwicklung der Weltlage eine Chance für uns. Ich meine: Deutschlands Zukunft liegt im vereinten Europa, und die Zukunft der Welt kann in Europa liegen.
Aus Office-Apps, Cloud-Speicher und Sicherheitssystemen könnten wir uns als Gesellschaften prinzipiell befreien.
Im mobilen Bereich sehe ich jedoch keine realistische Chance auf Souveränität für Europa – nicht mal dem Technologieriesen Microsoft gelang die Marktdurchdringung mit Windows Phone. Unsere einzige Chance, die Auswirkungen der Abhängigkeit wenigstens zu mildern, liegt in einem demokratischen Umsturz in den USA. Wir sollten mit allerhöchster Priorität unsere europäischen Demokratien wieder stabilisieren und aktiv liberale Entwicklungen in den USA fördern – vielleicht mit einem „Radio free Europe“ für die USA.
Die EU könnte wenigstens versuchen, Hersteller wie Google dazu zwingen, Sicherheitsfeatures strikt von Überwachungsmechanismen zu trennen.
Das Potenzial haben wir durch unsere Wirtschaftskraft, Demografie und gemeinsamen Grundwerte, aber zur praktischen politischen Umgestaltung habe ich mehr Hoffnung als Zuversicht.
Unsere digitale Souveränität ist bedroht durch die aktuelle Weltlage, Privatsphäre-Risiken, Abhängigkeiten von Big-Tech und soziale Medien. Das betrifft Individuen, Organisationen und Staaten.
In diesem Post geht es primär um digitale Souveränität „normaler“ Bürger. Journalisten, Aktivisten, Politiker, in Diktaturen lebende, Kriminelle haben andere Bedrohungsprofile. Menschen mit paranoiden Tendenzen erleben andere Bedrohungsprofile.
Ich fühle mich schon lange unwohl damit, mich so umfassend auf Software von Google, Microsoft, App-Anbieter wie Meta und Händler wie Amazon einzulassen – Apple, TikTok (ByteDance), X, Tencent und Alibaba nutze ich nicht. Bei der Abwägung zwischen Datenschutz / Herstellerunabhängigkeit vs. Bequemlichkeit habe ich generell Bequemlichkeit gewählt. Habe sogar die Android-Standortdienste völlig freigeschaltet, damit ich auch nach Monaten leicht einen Ort oder ein Restaurant wiederfinden kann, wo es mir mal gefallen hat. Und seit Kurzem nutze ich die Kundenbindungs-Apps einiger Supermärkte.
Ich habe keine paranoiden Tendenzen und teile keine angeblich quergedachten Verschwörungsmythen. Die Haltung „Brauche ich alles nicht– man kommt auch ohne soziale Medien oder Handy aus“ ist nichts für mich. Dazu ist mir vieles einfach zu hilfreich. Manche Ablehner wissen mangels eigener Erfahrung gar nicht, worauf sie verzichten. Gerade einige ältere sehen nicht, welche Möglichkeiten zu kommunizieren und generell in der Welt zu bleiben sie sich durch generelle Ablehnung von Technologie nehmen – für Zeiten, in denen sie vielleicht nicht mehr mobil sind oder sehr gebrechlich werden. Siehe Digitalisierung ist Chance!
Ich sehe aber auch sorgloses Umgehen mit Handys, z.B. leicht ausspähbare Wischgesten, kurze PINs zum Entsperren, und häufig erschreckend mangelnde Medienkompetenz, speziell beim sich (des)informieren via soziale Medien.
„Saying you don’t care about privacy because you have nothing to hide, is like saying you don’t care about freedom of speech because you have nothing to say. It’s a deeply anti-social concept. Because what may not matter to you today, may matter to a whole people, population, or an entire way of life tomorrow. And if you don’t stand up for it, who will.“
Nutzen und Datenschutz sind oft schwer abzuwägen. Ich unterstütze z.B. die elektronische Patientenakte (ePA) mit zentraler Speicherung und Forschungsnutzung sowie Opt-out. Das (US-)Analysesystem Palantir bei der Polizei hingegen lehne ich ab.
Sich persönlich aus der Abhängigkeit von fragwürdigen Produkten und Firmen zu lösen, ist schwierig. Ich bin in Rente und beruflich nicht mehr auf Microsoft angewiesen. Ich beobachte die Entwicklungen und technischen Alternativen, um vielleicht aus dem US- und China-dominierten Tech-Ökosystem von PCs, Handys, Betriebssystemen und Apps auszusteigen.
Unsere Politik sollte sich sehr genau überlegen, worauf sie sich hier einlässt. Ich weiß aber auch aus langer Erfahrung, wie schwer es ist, etablierte Systeme abzulösen – oft weiß nur noch die Software, was eine Organisation genau macht, und über die Jahre sind wesentliche Feinheiten eingeflossen, die niemand erinnert.
Man sollte sich selbst aber auch nicht überfordern. Es ist nicht die Aufgabe des Einzelnen, „die Welt zu retten“! In diesem Zusammenhang finde ich Vlad Vexlers Überlegungen zu ethischen Konsumentscheidungen interessant (u.a. am Beispiel Tesla): Tesla owners‘ MUSK-TRUMP dilemma: keep or ditch? Vexler ist politischer Philosoph und einer der klarsten Denker, denen ich folge.
Schöne Video-Glosse dazu: Du wolltest einfach nur eine Teekanne kaufen.
Verschlechterte Weltlage
Unser europäisches Projekt steht vor großen Herausforderungen
- strategisch-kulturelle Distanzierung der USA
- militärisch-strategischen Bedrohung durch Russland
- wirtschaftliche Flut von systemischen Rivalen China
Die Präsidentschaft von Trump ist kein Ausrutscher, sondern Ausdruck einer langfristigen Entwicklung der USA hin zu einer illiberalen Macht.
We’re Experts in Fascism. We’re Leaving the U.S. | NYT Opinion
Das Anbiedern großer Tech-Konzerne an rechtspopulistische, postfaktische, antistitutionelle und religiotische Bewegungen in den USA, getrieben von rechts-libertären Tech-Unternehmern wie Peter Thiel, ekelt und ängstigt mich:
- Le Monde diplomatique: United States of Palantir
- Project 2025 – Wikipedia
- Peter Thiel – Wikipedia
- Curtis Yarvin – Wikipedia
- Alex Karp – Wikipedia
Unser bisheriges Verhältnis zu den USA ist m.E. unwiederbringlich vorbei. Die vorgenannten politischen Bewegungen dort sind mit europäischen (meinen) Werten und zur Bewertung der Klimakrise nicht vereinbar. Der neue amerikanische Expansionismus, die Korruption auf höchster Ebene und das erpresserische Verhalten (z.B. bei den Zöllen) sind völlig inakzeptabel. Falls der Konflikt USA / China eskaliert, werden die USA uns noch stärker erpressen: zu Sanktionen gegen China.
Wir sollten uns speziell der antieuropäischen (spalten wollenden) Haltung der USA bewusst sein. Unsere Politiker sollten natürlich weiter „lächeln, während sie Scheiße fressen“, aber nicht mehr hauptsächlich reagieren, sondern konsequent nach unseren europäischen Interessen handeln – mit dem festen Wissen: Es ist vorbei.
Hinzu kommt, dass Trump die moralische Glaubwürdigkeit des gesamten Westens schwer geschädigt hat.
Die neue (Nov 2025) US-Sicherheitsstrategie ist in Teilen schockierend, herablassend und destabilisierend, siehe 2025-National-Security-Strategy.pdf
- NATO-Spannungen: Verbündete als „Ausnutzer“ dargestellt, „America First“ schwächt Transatlantismus.
- Übergriffigkeit: Europa wird als „schwach“ und „zivilisatorisch auslöschend“ diffamiert.
- Ignoranz realer Bedrohungen: Russland als Gefahr ausgeblendet, stattdessen EU-interne Themen (Migration, Geburtenraten) angegriffen.
- Destabilisierung: Fördert Spaltung durch Unterstützung rechter EU-Kräfte
Hierbei zielt die Forderung, Europa solle aufwachen, zu kurz: Es geht im Wesentlichen nicht um den politischen Willen, sondern darum, unsere demokratische Unfähigkeit zu beenden, uns demokratisch wieder zu stabilisieren gegen toxische post-faktische Spaltungen.
Unser Verhältnis mit Russland ist auch vorbei. Hier sehe ich aber kein Problem mit von mir genutzter Software, wohl aber durch Cyberangriffe. China ist unser systemischer Rivale und kein fairer Wirtschaftspartner; wir sollten mit chinesischen Systemen vorsichtig sein. Wir sind erpressbar – es können uns jederzeit Systeme, Infrastruktur und Versorgung abgeschaltet werden.
Digitale Angriffe auf unsere Infrastrukturen, Unternehmen und Politik sind kein neues Phänomen, sondern eine dauerhafte sicherheitspolitische Herausforderung. Nordkorea versucht schon lange, über ein Remote-Worker-Scheme Agenten in IT-Positionen einzuschleusen, um Devisen zu generieren und Spionage zu betreiben. Auch von iranischen Akteuren gehen kontinuierlich Cyberattacken aus, die auf kritische Infrastrukturen oder politische Ziele ausgerichtet sind. Dass zudem Verbündete digitale Aufklärung betreiben, belegten die Enthüllungen von Edward Snowden im Jahr 2013. Lange vor der Amtszeit von Donald Trump enttarnte er umfassende Abhöraktionen der NSA gegen die Bundesregierung. Zudem gibt es regelmäßig Berichte über Verwicklungen der NSA in Industriespionage gegen deutsche Unternehmen.
Singapore prime minister warns of turbulence ahead in ‚post-American‘ order | FT Interview
Ich persönlich halte Trump für psychisch ernsthaft gestört, mehr als nur neurodivers mit soziopathischen, narzisstischen und ADHS-ähnlichen Zügen, und er wirkt für mich zunehmend senil. Ich äußere diese Meinung als Laie. Fachleute müssten sich mit Online-Diagnosen zurückhalten. Meine 68 Jahre Lebenserfahrung sagen mir: Vorsicht, hier ist ein kranker, böser und gefährlicher Mensch. Von sanewashing von Trumps Aussagen und Aktionen (also nach sinnvollen Teilen zu suchen) halte ich nichts – das verkennt die Intentionen von Trump.
Dass so eine Person gewählt wird, liegt an der zunehmenden Schwäche westlicher Demokratien, die nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und Deutschland zu beobachten ist.
Auch bei uns kann es so weit kommen, dass nur noch unsere Institutionen die Demokratie (für eine gewisse Zeit) aufrechterhalten. Früher hat mich unser Föderalismus häufig genervt. Sehend, was sich in Trumps zweiter Amtszeit in den USA abspielt, begreife ich langsam, wie vorausschauend sinnvoll die Entscheidung nach dem zweiten Weltkrieg für Föderalismus z.B. zum Schutz vor Machtmissbrauch war.
Aktuell (Juni 2025) finde ich einige aktuelle Entwicklungen bei Microsoft extrem befremdlich und gefährlich: MS präsentiert Elon Musk auf der Build 2025 und hostet Musks Grok-AI. MS hat das E-Mail-Konto des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs blockiert. Der IStGH plant nun, auf Open Desk zu wechseln. Das sei zwar unbequem, aber langfristig notwendig und verantwortungsvoll. In dem Kontext zwei Links:
- Sascha Pallenberg: Microsoft, Grok, and Elon Musk – Could it get any more unscrupulous, Mr. Nadella?
- Heise: Strafgerichtshof: Microsofts E-Mail-Sperre als Weckruf für digitale Souveränität
Google und Microsoft haben Accounts von Nutzern schon vollständig gesperrt, bloß weil diese Dateien in ihrem Cloud-Speicher abgelegt hatten, deren Inhalte (oder auch nur Dateinamen) gegen die von Google bzw. Microsoft definierten Geschäftsbedingungen verstießen. Wohlgemerkt, ohne dass diese Dateien für andere Nutzer freigegeben waren. Gerade Google nennt bei Sperren manchmal keine konkreten Gründe und ob man wirklich gegen eine konkrete Regel verstoßen hat, lässt sich (zumindest zeitnah) kaum klären, weil es praktisch unmöglich ist, einen kompetenten Mitarbeiter zu erreichen. Mit etwas Glück gelingt es einem in einem solchen Fall vielleicht noch, seine E-Mails aus Gmail zu extrahieren – alles andere ist aber verloren.
Eine Accountsperre kann auch zum Verlust des Zugangs zu Diensten anderer Anbieter führen, wenn man sich dort per „Sign in with (Google / Facebook /…“ und nicht per Name/Passwort angemeldet hat. Siehe auch Datenschutz (Ende-zu-Ende Verschlüsselung, …)
Canadian Generals Are Losing It: Sweden’s Offer Exposes the F-35 as a Trump-Proofing Trap
Meine digitale Souveränität
Ich verhalte mich aktuell nicht digital souverän, siehe Souveräne Alternativen.
Wer sich noch nie mit Sicherheit und dem Schutz seiner Daten (Privatsphäre) beschäftigt hat, hier ein paar Infos:
- News und Updates | mailbox
- Videos von Rob Braxman
Ich teile nicht alles was er sagt, und er will seine Produkte verkaufen, aber hier kann man nicht über Probleme mit unseren Daten informieren: - Das Risiko über Ausspähen von Metadaten wird leicht unterschätzt: Auch ohne Gesprächsinhalte kann man soziale Netzwerke rekonstruieren: wer kommuniziert regelmäßig mit wem, zu welchen Zeiten, in welchem Rhythmus. Ohne lesbare Adressen lassen sich verschlüsselte E-Mails nicht versenden.
- Beim Browsen hinterlässt man viele Datenspuren, auch wenn der Inhalt via HTTPS verschlüsselt ist oder man Cookies deaktiviert hat, oder ein VPN nutzt. Auch bei deaktivierten Cookies lassen sich Geräte via Geräte- und Browser-Fingerprinting eindeutig identifizieren.
- Standortinfos und-Verläufe aus Ortung von Handys (via Funkmasttriangulation, GPS, oder Festnetz- und WLAN-Verbindungen) ermöglichen Rückschlüsse auf Wohnort, Arbeitsplatz, Gewohnheiten, Treffen mit anderen.
- Die Telefonnummer dient als ID für viele Dienste (z. B. WhatsApp, 2FA), was die Verknüpfung mit anderen Datenquellen erleichtert.
- Die eigentliche Gefahr entsteht weniger durch einzelne Spuren, sondern durch Zusammenführen verschiedener Quellen.
- 1.500 € für Cookies zahlen – YouTube
- Warum Russlands neue KI-Autokratie ein Vorbild für Trumps Amerika ist – YouTube
- Host Europe E-Mail-Migration: Verlust der Datensouveränität | mailbox
- Kuketz IT-Security Forum • IT-Sicherheit | Datenschutz
- Google verrät seine Herkunft – und droht dabei das Web zu zerstören
Google sehe ich unter dem Gesichtspunkt unserer Souveränität deutlich kritischer als Microsoft:
- Googles Geschäftsmodell basiert auf der aggregierten Analyse von Nutzerdaten aus E-Mails, Suchanfragen, Standorten und Android-Betriebssystemen.
- Microsoft sehe ich mehr unter dem Aspekt der Provider-Abhängigkeit kritisch. Microsoft ist primär ein Lizenzierungs- und Cloud-Anbieter (Azure, Office 365).
- Wie sich das mit KI entwickeln wird, kann ich nicht beurteilen.
Aber ich nutze die Google-Dienste intensiv für meine Bequemlichkeit – insbesondere die exzellente Integration von Kalendern auf google.com mit dem Android-Assistenten. Von Microsoft könnte ich mich deutlich einfacher befreien.
Geräte
Windows PCs & Notebooks
Für Windows, Produktivitäts-Apps und Internetdienste kann man relativ leicht auf Alternativen umsteigen. Es gibt diverse geeignete
- Linux-Distributionen wie Mint (europäisch).
Mint hat eine aufgeräumte, Windows-ähnliche Oberfläche, was den Umstieg erleichtert. Mint ist sogar einfacher zu installieren als Windows. Mint ist m.E. auch für normale User ohne IT-Hintergrund geeignet. Es ist sogar einfacher zu installieren als Windows. - Diverse datenschutzfreundliche Browser wie Firefox (FOSS1) und Brave (FOSS)
Siehe Tools zum anonymer surfen & weniger Werbetracking und Recherchieren – Warum, Wie und Womit - Office-Pakete wie LibreOffice (Deutsch, FOSS)
- Umasst Desktop-Apps: Writer (Textverarbeitung), Calc (Tabellenkalkulation), Impress (Präsentationen), Draw (Zeichnungen und Diagramme), Base (Datenbankverwaltung), Math (Formeleditor).
- Hat keinen Mail Client
- EU-Provider wie IONOS, mailbox.org oder Posteo (alle Deutsch)
oder Fastmail (Australien, Five Eyes)
für Mail, Kontakte, Kalender und einfache Tasks- Bei Kontakten sollte man keine sensiblen Daten speichern, weil bei Freigabe des Adressbuchs an andere Apps wie WhatsApp (unnötigerweise) alle Kontaktdaten inkl. Notizen freigegeben werden. Infos wie Kontonummern zu Kontakten speichert man besser im Passwortmanager.
Aber auch ohne sensible Inhalte lassen sich mit Kontaktinfos soziale Netzwerke rekonstruieren.
- Bei Kontakten sollte man keine sensiblen Daten speichern, weil bei Freigabe des Adressbuchs an andere Apps wie WhatsApp (unnötigerweise) alle Kontaktdaten inkl. Notizen freigegeben werden. Infos wie Kontonummern zu Kontakten speichert man besser im Passwortmanager.
- und offlinefähige Client-Apps wie Thunderbird (FOSS) für Mail, Kontakte, Kalender und einfache Tasks.
Offline-fähig ist mir kritisch wichtig, z.B. sind meine Mails ein wichtiges, leicht durchsuchbares Archiv, auf das ich auch ohne Internetverbindung immer vollen Zugriff haben will.
Zu Apps siehe Linux/Windows, Dienste & Apps – Apps
Handys, Smart-Watches
Mit iPhones kenne ich mich nicht aus. Zu Smart-Watches habe ich nicht tiefer recherchiert.
Man könnte statt Smartphones auf Dumbphones wechseln.
Es gibtsouveräne Alternativen zu Standard Android, sogar Handys, die bereits damit konfiguriert sind, auf Wunsch sogar mit entfernten Kameras, Sensoren und Mikrofon.
Damit muss man aber Einschränkungen in Funktionalität, insbesondere bei der Freigabe von Finanztransaktionen (Banking, Online-Kartenzahlungen) und Komforteinbußen hinnehmen.
Siehe DeGoogled Handys
Man muss abwägen, was ein DeGoogled Handy real wirklich bringt, wenn man dann doch WhatsApp, Line, Viber oder Facebook nutzt, weil die Bekannten nur diesen nutzen oder in Reiseländern für praktisch alles darüber abgewickelt wird? Immerhin sorgt z.B. GrapheneOS dafür, dass alle Apps, insbesondere auch System-Apps wie Telefon, Kontakte, Kamera, Play Services, Carrier Services, nur genau die Rechte haben, die man ihnen gibt, und nicht permanent „nach Hause telefonieren“.
Meine bisherigen Massnahmen
Zur Konfiguration meiner Geräte siehe:
- My Windows 10/11 Setup
- Android: Einstellungen, Sicherheit & Migration auf neues Handy
- Meinen Internetzugang stelle ich anderen nur bei Bedarf zur Verfügung. Dazu schalte ich temporär einen Gast-Zugang im Router frei.
Meine Überlegungen und Tests für mehr digitale Souvreräntität:
- Souveräne Alternativen
- Umsetzung der Migration aus Big-Tech
- My Debloated & Privacy-Hardened Windows
- Mein Linux Mint Setup
Für Online-Bestellungen nutze ich häufiger deutsche Händler wie Otto und MediaMarktSaturn (die ja wohl leider gerade vom E-Commerce-Konzern JD.com gekauft werden), statt Amazon.
Ich überlege, von Kindle eBook-Readern auf einen tolino shine (*) zu wechseln. Für die Lesepräferenzen meiner Mutter wäre ein Gerät wie der tolino epos 3 (*) mit Blättertasten (Mutter kommt immer schlechter mit Touch zurecht) und Kompatibilität zur Onleihe bei Stadtbibliotheken vielleicht besser (und günstiger).
Immerhin habe ich auf Twitter am 20.11.2022 folgende Nachricht hinterlassen und danach meinen Account gekündigt: „Musk just reinvited Trump, the most dangerous fascist of the world. I am ignoring Twitter from now on. “ Dieser Schritt fiel mir aber leicht, weil mir Twitter nie besonders wichtig war.
Beim Cloud-Speicher bin ich mit meinen wichtigsten Daten von OneDrive zu Tresorit gewechselt – weil private Daten nur dann in die Cloud gehören, wenn sie Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Außerdem war OneDrive, insbesondere die Business-Version, nervig unzuverlässig.
Meine PCs sperren sich automatisch, sobald sich mein Handy entfernt. Zum Entsperren braucht es PIN oder Biometrie.
Beim Vorbereiten für Reisen sollte man sich im Vorhinein überlegen, wie man sich bei Border Agents verhalten will, wenn diese Zugriffe auf Notebook oder Handy verlangen. Vielleicht vorher einiges löschen oder Geräte erst gar nicht mitnehmen. Das ist ja mit den aktuellen Entwicklungen in den USA deutlich wichtiger.
Vielleicht kann man in Kürze ganz ohne PCs, nur mit Handys auskommen, siehe Android Handy als PC-Ersatz nutzen.
Ich beobachte Wero als europäische Alternative zu PayPal und Google Wallet. In 2025 bietet es nur Peer-to-Peer-Zahlungen zwischen Privatpersonen. Ich hoffe auf baldige Möglichkeit der Nutzung in Geschäften, Restaurants und bei Online-Zahlungen.
Nach Paypal-Chaos: Ist Wero die Killer-Alternative? – YouTube
Digitale Souveränität von Organisationen
[Kapitel aktuell nur Stichwortsammlung]
Organisationen können nicht wie Individuen einfach Ende-zu-Ende verschlüsselten (E2EE) Cloud-Speicher wie Tresorit nutzen. Sie brauchen Cloud-Lösungen, in denen der Server den Schlüssel kennt (kein E2EE, nur encryption in transit und at rest). Nur so sind einfache Features wie Indexierung und komplexe Groupware praktikabel. Hierzu gibt es Plattformen wie ownCloud und Nextcloud.
Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften (TIB) in Hannover:
Dort sichern IT-Fachleute, darunter Projektleiter Micky Lindlar, gezielt wissenschaftliche Veröffentlichungen aus den USA – etwa von Plattformen wie arXiv –, weil die Trump-Regierung Daten aus politischem Kalkül löschen lässt.politik.watson
Unternehmen, IStGH
…
Digitale Souveränität in Europa

Siehe auch
- European alternatives for digital products
- BuyFromEU
- Why tech billionaires are quietly bankrolling Europe’s far-right | Pinch Point – YouTube
[Kapitel aktuell nur Stichwortsammlung]
Europa ist im Kontext Souveränität eine politische und wirtschaftliche Organisation. Besonders an Europa ist sein Potenzial, den Grad unsere digitalen Souveränität zu verbesdssern.
Ich meine: Deutschlands Zukunft liegt im vereinten Europa, und die Zukunft der Welt kann in Europa liegen. Das Potenzial haben wir durch unsere Wirtschaftskraft, Demografie und gemeinsamen Grundwerte, aber zur politischen Umgestaltung habe ich mehr Hoffnung als Zuversicht.
Weil die USA mit Trump generell Erpressung als gängiges (bevorzugtes) Verhandlungsmittel einsetzen, wird die Durchsetzung von Regelungen der EU z.B. mittels Sanktionen deutlich schwieriger.
EU-Summit – Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
- Effiziente Entscheidungsprozesse für eine europäische Sicherheitspolitik
- Autonome Verteidigungsfähigkeiten
- Europäische Finanzinfrastruktur
- Digitale Souveränität
Außenpolitik: Kerneuropa inkl. UK als Ausweg aus der Lethargie des Einstimmigkeitsprinzips
Verteidigung: Europäischer Verteidigungsmarkt
Für glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit braucht es nicht zwingend Atomwaffen. Moderne konventionelle Präzisionswaffen können jedes militärisch relevante Ziel erreichen. Entscheidend ist, dass ein potenzieller Angreifer versteht: Ein Angriff würde auf jeden Fall eine wirksame und verhältnismäßige Verteidigungsreaktion auslösen.
Was finnische Unternehmen tun, damit ihr Land nicht zur leichten Beute wird
Schweiz gegen Microsoft 365 – und Deutschland schaut genau hin
Im Kontext von Russlands Krieg gegen Ukriane und Europa
Europe is failing itself, and Ukraine (reading Jade McGlynn)
Circus – by Jade McGlynn – Jade’s Substack
US-Sicherheitsstrategie: Wie sich Europa gegen Trump und Putin behaupten kann
Deutschland, Europa
Nationastaaterische Phantasien halte ich für rechten Blödfug. Abwägen!
EU-Summit – Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
igh libre offic e
Schwarz gruppe
eu ausschreiung
eurostack foundation
Unsere Verteidigungsmöglichkeiten halte ich für begrenzt. Wäre ich ein Geheimdienst, hätte ich in allen wichtigen Firmen und Open-Source-Communities eigene Leute platziert – sorgfältig ausgewählt, direkt von der Universität rekrutiert und über Jahre hinweg aufgebaut. Auch als großes Finanzunternehmen hätte ich überall Verbindungen und wüsste schon vor offiziellen Pressemitteilungen, was passiert.
Europe is failing itself, and Ukraine (reading Jade McGlynn) – YouTube
…
Resumee
Ernsthaft für meine digitale Souveränität zu sorgen, wäre aufwendig, und mir bei meinem aktuellen Nutzungsverhalten zu einschränkend.
- Ich könnte
- Umsteigen von Windows auf Linux
- DeGoogled Handys nutzen
- Mich für unsere ePAs via Desktop-Apps mit Kartenleser identifizieren
Das in einigen Notebooks und Tastaturen eingebaute NFC (anstelle von externen Kartenlesern) wird vermutlich nicht funktionieren zur Identifizierung mit eGK für die ePA, zur Freigabe von Kartenzahlungen und zur Identifizierung mit Ausweis-App. Die Versorgung von NFC-Treibern für Unix hinkt hinter der von Windows nach. - Rezepte ohne eRezept-App nur via Apothekenbesuche mit Einstecken der eGK einlösen
- für unser Banking und für Online-Zahlungen auf Banken wechseln, die externe Kartenleser zur Autorisierung unterstützen, via chipTAN, PhotoTAN, QR-TAN, USB-Stick (bei Postbank Bestsign).
- Mich für unsere ePAs via Desktop-Apps mit Kartenleser identifizieren
- Produktivitäts-Apps von Big-Tech durch Apps wie Thunderbird, LibreOffice und datenschutzfreundliche Browser ersetzen
- Server-Dienste auf EU-Provider migrieren
Der Verzicht auf die volle Kalenderintegration mit dem Google Assistant, die nur mit Kalender auf .google.com funktioniert, würde sehr schmerzen.
Auf meinem ARM Mini-PC läuft kein Linux. Auf meinem Notebook mit ungewöhnlicher Auflösung (3000×200) unerwarteterweise out of the Box schon, aber ohne Mikrofon und mit unlesbar kleinem Bootmenü.
Das Ausspähen meiner Daten via Zusammenführen mit Nutzer-IDs bei Google, Microsoft und Apple völlig zu vermeiden, wäre komplex und sehr einschränkend. Identifizierbarkeit und Lokalisierbarkeit über meine TelefonNr zu vermeiden, würde weiter einschränkende Verhaltensänderungen nötig machen.
Alle Sicherheitslücken zu erkennen, zu schließen und dauerhaft geschlossen zu halten, traue ich mir selbst als Informatiker nicht zu – für „normale“ Nutzer ist das völlig illusorisch. Ein paar offene Lücken machen die ganzen aufwendigen Maßnahmen wertlos.
Die EU könnte Hersteller wie Google dazu zwingen, Sicherheitsfeatures strikt von Überwachungsmechanismen zu trennen, um den Überwachungskapitalismus einzuhegen. GrapheneOS zeigt, dass dies praktisch möglich ist. Aber auch EU-Staaten wollen das vielleicht gar nicht, siehe GrapheneOS verlässt OVH: „Frankreich ist kein sicheres Land für Privacy-Projekte“ – Golem.de
Identifizierbarkeit und Lokalisierbarkeit über Telefonnummern und IP-Adressen sind von praktisch allen Staaten gewünscht, hier ist ein permanenter demokratischer Widerstand gegen überbordende staatliche Maßnahmen nötig.
Beispiel anlasslose Vorratsdatenspeicherung: Hier sind Kriminalitätsbekämpfung und Datenschutz abzuwägen. Einfach nur schlimme Verbrechen zu nennen, ohne die Wirksamkeit einer Vorratsdatenspeicherung nachzuweisen, ohne Alternativen und Verbesserungen in Zusammenarbeit von Behörden, Organisation, Polizeiarbeit, Justiz auszuschöpfen und ohne gegen die Einschränkung der Privatsphäre von allen abzuwägen, ist ideologischer Populismus. Ich halte den erneuten Versuch der Einführung in 2025 für schlecht begründet und unverhältnismäßig, und ich bezweifle wesentlichen Nutzen.
Diverse Links
Apple-Phone pair-locking via Apple Configurator
How to Stop Phone Searches When Traveling
Stay Safe, but Stay Connected – Privacy Guides
Interessenvertretung der Senioren
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Weltweit im Ruhestand
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