Technik und digitale Unabhängigkeit

Digitalisierung ist Chance!

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Inhalt

Siehe auch

Motivation

Ich sehe in Digitalisierung eine große Chance zur Verbesserung unserer Lebensqualität. Nicht bloß durch Digitalisieren existierender manueller Prozesse, sondern insbesondere durch neue digitale Möglichkeiten wie künstliche Intelligenz.
Was wir hier tun oder auch lassen wollen, ist wie immer ein dynamischer Abwägungsprozess – das Aufführen einzelner Pro- oder Kontra-Argumente ohne Abwägen gegenteiliger Positionen ist grundsätzlich sinnlos.

Die mangelnde Digitalisierung und fürchterliche Papierwirtschaft in Deutschland, gepaart mit der Änderungsunwilligkeit vieler Bürger, sind ein fürchterlicher, ineffektiver, nerviger und langweiliger Albtraum.

Viele begreifen offenbar nicht, wie es besser gehen könnte, wie der Rest der Welt tickt. Sie sind zu träge, sich über irgendwas zu informieren: Jede Menge Meinung, aber keine Ahnung. Jedoch: Freiheit kommt auch von Wissen.
Andere scheinen schon fast wollüstig nach Blödfug zu suchen, den sie dann vehement glauben und vertreten – als ob es die Aufklärung nie gegeben hätte. Mit Elan lassen sie sich von Scharlatanen und politisch motivierter Seite hinter die Fichte führen, oft sogar klar zum eigenen Nachteil.

Mit grundlegender Ablehnung von digitalem nimmt man sich viele Möglichkeiten der Teilhabe am Leben – häufig ohne überhaupt zu wissen, was man verpasst, weil man es ja gar nicht kennt.

Die Möglichkeit, alles zu lassen, wie es ist (nicht digitalisiert), gibt es nicht – schon alleine wegen der demografischen Entwicklung. Und ich halte das auch prinzipiell nicht für sinnvoll.

Nicht Bürgergeldempfänger, Geflüchtete, die Grünen, sogar nicht mal die AfD sind die größte Gefahr für unser Land, sondern diese weitverbreitete Änderungsunwilligkeit und Bräsigkeit.

Risiken

Medien-Inkompetenz

Ich bin entsetzt über die mangelnde Medienkompetenz in unserer Gesellschaft. Viele meinen, sie würden sich durch Blättern und Durchtappen von Feeds auf Handys, PCs oder in Social-Media-Apps gut informieren. Sie können nicht einmal generell Fakten von Meinungen unterscheiden oder bei gegenläufigen Aspekten abwägen. Sie leiten unbedarft Blödfug und Hetze gegen unser Land und die EU weiter.

Diese Naivität und Inkompetenz werden von interessierten Seiten (Populisten, Unternehmen, Staaten, extremistischen Parteien) ausgenutzt, vgl. Finnlands Ex-Geheimdienstchef: „Medwedew will, dass nützliche Idioten sein Narrativ nacherzählen“

Überwachungskapitalismus

Siehe Digitale Souveränität

Übergriffigkeit des Staates

Der Einsatz von Analyse-Software wie Palantir, die strukturierte und unstrukturierte und Online-Daten zusammenführen kann, bedarf intensiver gesellschaftlicher Diskussion und strengster parlamentarischer Kontrolle. US-Tech als Hersteller gehen hier gar nicht – auch bei rein lokalem Betrieb und garantiert keinen Schnittstellen zum Hersteller darf man hier nicht vertrauen.

Es ist nicht OK, wenn unsere Regierung glaubt, mit dem Aufzählen schlimmer Verbrechen eine Begründung für anlasslose Vorratsdatenspeicherung zu haben. Hier sind Kriminalitätsbekämpfung und Datenschutz abzuwägen. Einfach nur schlimme Verbrechen zu nennen, ohne die Wirksamkeit einer Vorratsdatenspeicherung nachzuweisen, ohne Alternativen und Verbesserungen in Zusammenarbeit von Behörden, Organisation, Polizeiarbeit, Justiz auszuschöpfen und ohne gegen die Einschränkung der Privatsphäre von allen abzuwägen, ist ideologischer Populismus. Ich halte den erneuten Versuch der Einführung in 2025 für schlecht begründet und unverhältnismäßig, und ich bezweifle wesentlichen Nutzen.

Bürokratieabbau

Bei Forderungen nach Bürokratieabbau ist zu betrachten, ob es nicht eigentlich um Abbau von Regulierungen geht und in wessen Interesse das ist. Manchmal kann es zur Verbesserung der Bürokratie nötig sein, mehr Mitarbeiter einzustellen.

Analoge Alternativen (Papierweg, persönlich)

Beratungsmöglichkeiten durch Mitarbeiter brauchen wegen Digitalisierung nicht zu verschwinden. Für Nutzer, die digitale Wege nicht gehen können oder wollen, muss es weiterhin für alle Geschäftsvorfälle Papierwege und persönliche Beratung geben. Ob es diese gibt, liegt nicht an der Digitalisierung, sondern rein am Verwaltungsmanagement. Diese hat dafür zu sorgen, dass auch nach einer Digitalisierung noch ausreichend Mitarbeiter bereitstehen. Falls Geschäftsstellen vor Ort abgebaut werden, muss die Verwaltung halt für Transportmöglichkeiten oder Servicemobile sorgen, die diese Orte anfahren.

Gesundheitswesen

Ich bin durch die Pflege meiner Eltern oft bei Ärzten und in Krankenhäusern. Die Behandlungen, und die Ärzte sind durchweg super. Aber die Organisation ist durchgängig vorsintflutlich. Das nervt nicht nur die Patienten, sondern gleichermaßen Ärzte und medizinisches Personal.

Schon die Öffnungszeiten und Urlaube auf Websites, so es diese denn gibt, werden nicht aktuell gehalten. Oft sind Terminvereinbarungen nur via Telefon möglich, an welches (verständlicherweise) keiner drangeht. Selbst für Wiederholungsrezepte muss man jedes Quartal mit der eGK antanzen (Nein! Das ist zur Prüfung des Versichertenstatus nicht nötig – die Praxissoftware könnte das jederzeit mit der gespeicherten VersichertenNr gegen KV Server prüfen). Immer wieder dieselben Fragen: „wie alt waren sie mit 17“. Keine vollständigen historischen Behandlungsdaten von allen Gesundheitspartnern. Der aktuelle Arzt weiß nicht, was andere taten und verordneten.

Mit der ePA wird langsam einiges besser – aber auch dagegen wird genüsslich und uninformiert gemault, als ob es nicht um die eigene Lebenswirklichkeit ginge.

Im Alter

Gerade Ältere sehen oft nicht, welche Möglichkeiten zu kommunizieren und generell in der Welt zu bleiben, sie sich durch generelle Ablehnung von Technologie nehmen, für Zeiten, in denen sie vielleicht nicht mehr mobil sind oder sehr gebrechlich werden.

Beispiel einer bettlägrigen Bekannten im Seniorenheim: „Ich kann nichts mehr machen, nicht mal meinen Sohn anrufen. Ich möchte lieber sterben“. Aber es gibt WLAN im Heim, zum Telefonieren geeignete Smartspeaker gibt es ab 50€, z.B. Amazon Echo Spot (*). Damit könnte sie mit geschlossenen Augen mit ihren Freundinnen unterhalten, oder einfach ihren Sohn anrufen, via„Alexa… ruf Hans an“. Der Echo Spot ist sehr leicht bedienbar und funktioniert ausgesprochen gut – ist halt nicht gerade digital souverän.

Amazon Echo Spot Smartspeaker

Wenn man vergesslich wird, können Task-Manager wie Google Tasks, Microsoft To Do oder Todoist ungemein hilfreich sein.

Beispiel: Halteranschrift fürs Auto ändern

Auslöser für diesen Artikel war: Es hat tatsächlich funktioniert, die Halteranschrift für mein Auto online zu ändern.

Ein Strafzettel ging an meine alte Meldeadresse. Mir war nicht bewusst, dass diese beim Anmelden meinen neuen Hauptwohnsitzes nicht automatisch geändert wird.

Über den Online-Service der KFZ-Zulassungsstelle ließ sich die Adresse ändern:

  • Mit BundID via Perso + PIN (das geht heute mit Handy, also ohne Ausweisleser) am Behörden Serviceportal angemeldet
  • den Online-Antrag durchlaufen.
    Einige Daten vom Fahrzeugschein eingegeben.
  • Dazu musste man sogar eine Nr freirubbeln, was den Schein gleichzeitig ungültig macht.
  • Vorläufiges Dokument zum Ausdrucken bekommt man gleich.
  • Neuer Schein kommt per Post. 15€ per bezahlt – meine Zulassungsstelle akzeptierte komischerweise nur PayPal.

Leicht könnte man meinen: Diese Digitalisierung sei komplex – aber durch die digitale Abwicklung wird hier nur der bestehende (notwendige) komplexe Verwaltungsablauf transparent.

Es wäre natürlich besser, wenn die Daten von Einwohnermeldeamt und Zulassungsstelle integriert wären.  Aber immerhin musste ich nicht persönlich auf die Zulassungsstelle.

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